«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
Wir laden Sie ein, in der Appenzeller Geschichte zu stöbern oder ganz gezielt nach Themen, Orten oder Jahren zu suchen.
Appenzeller Geschichten in Wort und Bild
Lassen Sie sich inspirieren! Tauchen Sie ein in die Geschichte der beiden Kantone im Nordosten der Schweiz!
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Bild
Titel:
Handstickerin Franziska Hautle in Berlin
Beschreibung:
Neun Innerrhoder Handstickerinnen vor einem exklusiven Textilgeschäft in der Nähe des Brandenburgertores, Berlin, 1916. Die jungen Frauen stellten für die 1906 gegründete Appenzeller Stickereifirma Edmund Broger zum Schwarzen Adler auf Bestellung feine handgemachte Textilien her. Die Appenzellerinnen bildeten in den Augen der kaufkräftigen Berliner Kundschaft den Inbegriff unverfälschter Leute vom Lande und entzückten durch ihre Kunstfertigkeit. Echte Appenzeller Handstickerei hatte deshalb stets ihren Platz neben der maschinengestickten Massenware und erzielte gute Preise.
In der Bildmitte mit blonden Haaren Franziska Josefa Hautle (1893-1984), Tochter der Bauernfamilie Josef Anton Hautle und Maria Magdalena Fuchs, wohnhaft am Lehn. Wie viele andere Mädchen und junge Frauen liess sich Franziska Hautle am 6. Dezember 1915 einen Reisepass ausstellen und begab sich für eine Saison als Stickerin nach Berlin. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann (Josef) Emil Räss (1893-1964) kennen, der in Berlin und zeitweise auch in Braunschweig als "Milchler" arbeitete, d.h., er lieferte mit Pferd und Wagen von Haus zu Haus frische Milch an die Stadtfamilien. Zurück in Appenzell heirateten die beiden 1921 und betrieben auf dem elterlichen Hof von Emil Räss im Brunloch am Hirschberg bis Anfang der 1960er-Jahre einen landwirtschaftlichen Betrieb.
