«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
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Appenzeller Geschichten in Wort und Bild
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Titel:
Wildkirchlein im Canton Appenzell
Beschreibung:
Älteste datierte Darstellung des Wildkirchli. Illuminierte Kupferradierung des St. Galler Malers und Kupferstechers Georg Leonhard Hartmann (1764-1828). Links unten die Signatur des Künstlers: "Wildkirchlein im Canton Appenzell G.L. Hartmann ad nat. del. fecit anno 1785". Die perspektivische Ansicht erschien als Beilage zur Schrift "Bemerkungen von dem Wildkirchlein oder St. Michaels Kapell und Ebenalp in dem Canton Appenzell bey Reutiner jünger 1786 St. Gallen". Verfasser des Textes war der St. Galler Dr. med. Bernhard Wartmann (1739-1815). Die 46-seitige Broschüre erweckt weniger den Eindruck einer wissenschaftlichen Beschreibung, sondern scheint eine Art früher Reiseführer zu sein. In enthusiastischer Sprache schildert Wartmann die Schönheit der Landschaft und weist speziell auf die bereitwillige Bewirtung hin, die Gäste allethalben erfahren dürften. Hartmanns idealisierend-romantische Zeichnung passt bestens dazu. Sie zeigt den bekannten, Furcht erregenden Holzsteg, damals bereits mit einem Geländer versehen. Daneben die Kirchlihöhle mit dem länglichen Sakristeibau, der 1860 durch ein Glockentürmchen mit quadratischem Grundriss ersetzt wurde. Rechts das Eremitenhaus, das ebenfalls 1860 einem Gasthaus zu weichen hatte.
Erklärtes Nebenziel des Autors Bernhard Wartmann stellte die Förderung des jungen St. Galler Malers und Kupferstechers Georg Leonhard Hartmann dar. Der Sohn des Malers und Radierers Daniel Hartmann hatte sein Theologiestudium abgebrochen und liess sich von 1785 an in Deutschland zum Maler ausbilden. Die Radierung dürfte also eines der ganzen frühen Werke des Künstlers sein. Nach seiner Rückkehr nach St. Gallen 1789 tat er sich als scharfzüngiger historischer und naturwissenschaftlicher Publizist radikaldemokratischer Prägung hervor. 1798 gab er das prohelvetische "Wochenblatt für den Canton Säntis" heraus und amtierte ab 1803 als Sekretär im Departement des Innern des neu geschaffenen Kantons St. Gallen.
